In Anlehnung an das Vorwort “Thus it Began” von Robert W. Shaw in “ Faith in Pratice: Studies in the Book of Acts”, einer Festschrift zu Ehren von Earl and Ottie Mearl Stuckenbruck. Herausgegeben von David A. Fiensy und William D. Howden. Atlanta: European Evangelistic Society, 1995.
Die Anfänge der Arbeit in
Tübingen reichen weit in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Der deutsche
Professor Ludwig von Gerdtell, ein preußischer Adliger und Gelehrter des
Neuen Testamentes, beschloß die Kirche auf der Grundlage des Neuen Testamentes
zu reformieren.
Er kam in Kontakt mit den Disciples of Christ in Amerika und sein Eintreten
für ein neutestamentliches Verständnis des Christentums beeindruckte
seine dortigen Zuhörer. Im folgenden Jahr traf sich eine Gruppe von Pfarrern
und Lehrern im Hause von Dean E. Walker und gründete eine Vereinigung mit
dem Ziel von Gerdtell´s Bemühungen zu unterstützen. Kurz vor
Ausbruch des Kieges, als von Gerdtell aus Deutschland fliehen mußte, gelang
es Dean E. Walker ihm die Überfahrt nach Amerika und einen Lehrauftrag
am Butler Seminar für Religion in Indianapolis zu verschaffen.
Nach dem Ende des Krieges entstand die European Evangelistic Society auf der Basis, der von Walker und seinen Mitarbeitern gebildeteten Vereinigung. Prof. Walker wurde Präsident der EES und warb in seiner Amtszeit die Butler- Absolventen Earl und Ottie Mearl Stuckenbruck an, nach Deutschland zu kommen. Nach einer Studienzeit in England und der Untersuchung möglicher Standorte auf dem Kontinent, zogen die Stuckenbrucks im Herbst 1949 nach Tübingen.
Die Stuckenbrucks beschränkten sich jedoch nicht darauf die “Christliche Gemeinde” ins Leben zur rufen und die Christliche Kirche, sondern Earl plante auch die Gründung eines Institutes zur Erforschung der Christlichen Ursprünge. Das heutige Gebäude wurde 1962 erworben und beherbergt seither sowohl die Gemeinde, als auch das Institut. In Anlehnung an das englische Kollegesystem und die teilweise unabhängigen Institute der Deutschen Universitäten, wurde das Institut zur Erforschung des Urchristentums 1963 gegründet und war damit das erste theologische Institut, dass in Deutschland von Amerika aus gegründet und auch unterhalten wurde. Earl Stukenbruck wirkte als Direktor des Institutes bis seine Familie 1968 in die Vereinigten Staaten zurück kehrte.
Das Programm des Institutes wurde in den späten 60ern und den frühen 70ern unter Führung von Scott Bartchy und Fred Norris entwickelt. Das Ausländer- Kolloquium, eine Reihe von Vorlesungen der Tübinger Fakultät für ausländische Studenten, entwickelte sich zu einer angesehenen Möglichkeit für Doktoranden, das Fachkollegium in einerm kleineren Rahmen zu treffen , etwas das anders nicht möglich war gegen Ende dieser Zeiten mit hohen Einschreibunszahlen.
Das Kolloquium für Graduierte,
der am längsten bestehende Teil unseres Programmes, ist auch heute noch
ein angesehenes Forum für Doktoranden und Gastprofessoren um ihre aktuellen
Forschungsarbeiten kritisch mit Kollegen zu diskutieren. Prof. Dr. Otto Betz
unterstützte das Kolloquium für Graduierte bis zu seiner Emeritierung
im Jahre 2001, im Alter von 85 Jahren. Seit der Ermeritierung von Prof. Betz
hat Prof. Dr. Lichtenberger, Leiter der Abteilung für Neues Testament der
Evangelischen- Theologischen Fakultät die Aufgabe der Unterstützung
des Kolloquiums übernommen.